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Der Vorsitzende stellt sich vor

Dr. Helmut Arnold Am 19. März 2013 wählte mich die Jahreshauptversammlung zum neuen Vorsitzenden des Nassauischen Vereins für Naturkunde e. V.; nach der Satzung für drei Jahre. Für dieses große Vertrauen bedanke ich mich. Weit über ein Jahr leiteten nach der schweren Erkrankung und dem Tod von Herrn Anderle und Herrn Stengel-Rutkowski vor allem Herr Toussaint und der Vorstand erfolgreich die Geschicke des Vereins, wofür Ihnen der Verein und die mit ihm verbundenen Damen und Herren voller Anerkennung danken! Ich wurde 1950 in Lautertal/Vorderer Odenwald nahe dem Felsenmeer geboren. Bereits als Schüler interessierten mich besonders Biologie und Geschichte(n). In der mündlichen Biologie-Abiturprüfung setzte ich mich mit der Frage: "APO und Establishment aus biologischer Sicht" auseinander und bestritt die darin vertretene These, dass die Gesellschaft vor allem natürlichen Gesetzen folgte und insofern das Streben nach Demokratie und Gerechtigkeit keineswegs aus biologischen Gründen unsinnig sei. Das Studium der Agrarbiologie in Stuttgart-Hohenheim, Schwerpunkte waren Standortkunde und Landeskultur beendete ich mit der Diplomarbeit "Fluoreszenzmikroskopischer Nachweis von Immissionsschäden an Flechten" (1975). Die Abhängigkeit der Flechtenvitalität von der Luftqualität konnte auch mit dieser neuen Methode bestätigt werden. Die Stadtluft macht frei ..., leider auch von Flechten.
Ich promovierte zum Dr. sc. agr. in Hohenheim mit dem Thema "Langfristige Entwicklung des Produktionsmitteleinsatzes und der Agrarerzeugung in Deutschland - ökologische Begrenzungen und agrarpolitische Probleme" (1980). Die agrarökologische Problematik und Debatten sind keineswegs neu, sondern begleiten die Agrarentwicklung, vor allem mit der enormen Steigerung von Flächen- und Betriebsproduktivität. Die ehemaligen Konflikte des vielfachen Mangels wurden national zunehmend durch Herausforderungen des Überflusses - bei wachsendem internationalen Bedarf - und die neuer Produktiontechniken ergänzt, vielfach inzwischen ersetzt. Die zentrale natürliche, ökonomische, rechtliche und ökologische Bedeutung von Böden, ihre vielfältigen Potentiale, aber auch Gefährdungen erkannte ich als eine herausgehobene Thematik und vertiefe diese seither weiter. Nach Abschluss des Landeskultur-Referendariats in Hessen wurde ich 1984 zum Dezernenten für Agrarökologie und Bodenschutz an der damaligen Landesanstalt für Umwelt (HLfU) ernannt. Zahlreiche Aufgaben konnten zumeist in enger Kooperation mit dem damaligen Landesamt für Bodenforschung (HLfB), insbesondere der Bodenkunde, bewältigt werden; so z. B. das gemeinsame hessische Messnetz für radioaktive Stoffe in Böden.

Nach der bedauerlichen Auflösung der HLfU-Dezernatsgruppe Ökologie und Naturschutz wurde ich zum Regierungspräsidium Darmstadt versetzt. Dort hatte ich vor allem fachlich zur Novellierung der Landschaftsschutzverordnung beizutragen, insbesondere deren Grenzen der Siedlungsentwicklung anzupassen. Die großflächigen Landschaftsschutzverordnungen sind inzwischen aufgehoben worden und Geschichte.

Ab 1990 leitete ich das Referat Bodenschutz in den verschiedenen Ministerien (Landesentwicklung, Inneres, Umwelt). In dieser Zeit wurden das Hessische Altlastengesetz (1994), das Bundes-Bodenschutzgesetz (1998/99) und das Hessische Altlasten- und Bodenschutzgesetz (2007) erlassen. Vor allem die fachliche Seite des Bodenschutzes - Bodeninformationssystem, Bodenuntersuchungen und -bewertungen - war in enger Verbindung mit dem dann aus HLfU und HLfB entstandenen Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, Bereich Bodenkunde und Bodenschutz, zu gewährleisten. Dafür galt es von Anfang an auch wissenschaftliches und öffentliches Interesse zu entwickeln. 1991 fand das erste Hessische Bodenschutzforum im Museum Wiesbaden statt. Mein Naturverständnis ist wesentlich von den Haltungen der Aufklärung und des Humanismus geprägt.
Seit 2011 bin ich in der Altersteilzeit/Freistellungsphase. In Frankfurt wohnte ich von 1982-1995; dort war ich Mitglied im Naturschutzbeirat.
1995 zogen meine Frau und ich nach Wiesbaden um. Seit 1997 bin ich - unterbrochen von 2006-2011 - Mitglied des Ortsbeirates Rheingauviertel/Hollerborn.
2004 trat ich dem Nassauischen Verein für Naturkunde bei und war in den letzten Jahren im Beirat.

In meiner Freizeit genieße ich es besonders, meine Obstwiese (in Frauenstein mit Äskulapnatter) zu pflegen, naturkundliche und sportliche Ausflüge zu machen, Rad zu fahren und mich mit Kultur und Kunst auseinanderzusetzen. So hat es mich besonders angesprochen, dass auf der letzten dOCUMENTA 13 (2012) auch Bodenfragen angesprochen wurden. C. Pentecost schlug z.B. statt Petro-Dollar humose Ackerboden-Barren als neue Währung, sogn. "soil-erg" vor.

Als neuer Vorsitzender des Nassauischen Vereins für Naturkunde setze ich mich dafür ein, die besonderen Aktivitäten (Exkursionen, Vorträge, Publikationen) auf dem bewährten Niveau fortzuführen und weiter zu entwickeln. Das gemeinsame Vereinsleben sollte so attraktiv gestalten sein, dass wir neue Mitglieder gewinnen. Auch die Kooperation mit weiteren naturkundlichen Vereinen und wissenschaftlichen Institutionen ist zu pflegen und weiter auszubauen. Dabei ist die Beziehung zum Museum Wiesbaden von besonderem Interesse. Gemeinsame Grundlage unserer Aktivitäten ist die Förderung allgemeiner naturwissenschaftlicher Bildung und Arbeiten/Forschung. Dabei sollen auch die Bestrebungen des Natur- und Landschaftsschutzes unterstützt werden.

Leider kann Hans-Jürgen Anderle nicht mehr erleben, dass sein Engagement und das seiner Unterstützer für den Verbleib der Naturkunde im Museum Wiesbaden derzeit großartige Früchte trägt und mit der Ausstellung "Rheinromantik - Kunst und Natur" sowie mit der Neueröffnung der Naturkundlichen Sammlungen als Teil des Museums ganz besondere Ergebnisse zeigt.

Es ist zu hoffen, dass der Nassauische Verein für Naturkunde diese gute Entwicklung weiter erfolgreich unterstützen kann und er auch von dieser Dynamik positive Impulse erfährt. Ich freue mich auf alle Mitglieder und dem Verein verbundene Damen und Herren, die sich aktiv bei den Veranstaltungen und den neuen Herausforderungen beteiligen! Lernen, Mittun und Bilden machen Spaß!

Helmut Arnold

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Inhalt: Vorstand des Nassauischen Vereins für Naturkunde
Layout: © F. Geller-Grimm